ROLAND COSANDEY

AMOURS À FAIRE ET À REPASSER (DANIEL SUTER)

SELECTION CINEMA

In seinem Titel, der nicht zu übersetzen ist, kondensieren sich die Triebkräfte dieses schnell hingeworfenen Werkes, einer Variation zu einem alten Witz-Motiv: dam Bügeleisen, das den Stoff verkohlt, weil die zerstreute Plätterin von ihren Pflichten abgelenkt wird. Hier ist es ihr Typ - kleiner Schnurrbart, Weste und Pomade im Haar -, der sie natürlich zu den Klängen eines schmachtenden Tangos ins Bett zieht, während nebenan „le fer fait l’amour“’ mit dem Hemd, das sich aufbläht und mit weiblichen Rundungen versehen dahinschwebt. Die Handlung endet mit einem kleinen spöttischen anti-macho Halali. Das Ganze, keck und frivol, gehört zur Comic- und Trickfilm-Welle, die die fünfziger Jahre (oder auch ein anderes Jahrzehnt) bissig und ohne Nostalgie aufgreift — mit einem leisen Lächeln.

Roland Cosandey
ist Lehrbeauftragter an der Ecole Politechnique und der Ecole des Beaux Arts in Lausanne und freier Filmpublizist.
(Stand: 2019)
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