CINEMA #66
MUT

Für die 66. Ausgabe stellt CINEMA die provokante, wenn auch schon oft gestellte Frage: Fehlt es dem Schweizer Filmschaffen an Mut? Florian Keller löste vor einigen Jahren Empörung mit seiner Polemik «Ein Land von Schissfilmern» aus. In CINEMA betrachtet er die Reaktionen auf seinen Artikel: «Das Herz in der Hose - Kleine Nachlese zum Schissfilm». Die Filmförderung ist hier genauso Thema wie im Beitrag von Thomas Hunziker, der zwei Werken von Florian Froschmayer auf die Spur geht, beide entstanden ohne staatliche Förderung. Irene Genhart spricht mit Luke Gasser und Anka Schmid, die beide um die Finanzierung ihrer Projekte kämpfen müssen, «Die Unentwegten». Tatjana Hoffmann gibt in ihrem Filmbrief «Courage zur Assemblage» einen sehr persönlichen Einblick beim Dreh zu einem Dokumentarfilm über die Krim und den geopoetischen Krim-Klub.

Mut ist aber auch da gefragt, wo und wie Filme ausgewählt und gezeigt werden. Mit den cineclubs der Federazione delle colonie libere iataliane in Svizzera schufen italienische Migranten sich in den 1960er Jahren einen eigenen Platz für ihre politische und kulturelle Bildung. Die künstlerischen Leiter der Filmfestivals von Locarno, Zürich und Solothurn Lili Hinstin, Christian Jungen und Anita Hugi berichten über ihre Erfahrungen bei der Auswahl von Schweizer Wettbewerbsbeiträgen, auch hier ist Mut ein Thema. Zwei Berichte erinnern an das besondere Festivaljahr 2020, das von Spezialeditionen und Online-Ausgaben geprägt war.


Der Preis für das aktuelle CINEMA beträgt CHF 32.-/ EUR 25.-, im Abonnement CHF 24.- / EUR 19.90

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Von der Reise in die Tiefen der verschütteten Erinnerung handelt der autobiografische Dokumentarfilm Burning Memories: Die Regisseurin möchte verstehen, was genau in ihrer Kindheit geschehen ist.

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Mit Desert Dogs präsentiert Morris eine alternative Sicht auf die Lebenswelten in einem arabischen Land. Ein junger Mann und eine junge Frau verbringen ihre Freizeit auf dem Skateboard und machen sich Gedanken über ihre Freiheiten.

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