TEREZA SMID

SHREK (ANDREW ADAMSON, VICKY JENSON, USA 2001)

MOMENTAUFNAHME

«Es war einmal eine schöne Prinzessin ...» Wenn sich ein Oger mit den Seiten eines Märchenbuches den Allerwertesten abwischt, so sind wir gewarnt. Wir lassen uns dennoch von Shreks Charme verzaubern und freuen uns, dass er es rechtzeitig schafft, Prinzessin Fionas Hochzeit mit dem zu kurz geratenen Prinzen zu verhindern. In Unkenntnis des Fluchs, der auf Fiona lastet, hat sich das Biest in die Schöne verliebt – trotz seiner ausgesprochenen Liebe zu allem Hässlichen. Und nun vor dem Altar offenbart sich Shrek das absolute Glück: Fionas reiner Teint färbt sich shreklich grün und ihre schmalen Hüften geraten eindeutig aus der Form. Das ist die Erfüllung seiner Träume. Mit dem Kuss der wahren Liebe wird Fiona vom Fluch mit etwas überraschenden Folgen erlöst: Die Prinzessin darf aber nicht wie erhofft für immer schön sein, weil ein Märchenprinzip bei aller Spielerei mit Genrekonventionen nicht verletzt werden darf: Der Held verdient sein Happy End.

Tereza Smid
*1969, Dr. des., Studium der Publizistik, Filmwissenschaft und Pädagogik, Oberassistentin und Dozentin am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich. Promotion: Poetik der Schärfenverlagerung, erscheint 2011 bei Schüren.
(Stand: 2011)
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